Dienstag, 24. Juli 2007

Manu propria Kinesitherapie

Meine Überlegungen zur Bewegungstherapie- Kinesitherapie

Im Mittelpunkt des Universums ist der Mensch und für mich ist der Mensch auch Mittelpunkt der Kinesitherapie.
Ich könnte in Abwandlung eines Wortes von Proust sagen, der menschliche Körper ist gleich wie das Universum, voll verborgener Imperative, und man fände kein Ende beim Aufzählen der Werte, die durch die Substanzverwandlung verleiblicht worden sind.
Als ich noch ein Kind wahr eine stille Pädagogik meiner Eltern bewirkte eine komplette Kosmologie, Ethik und Metaphysik über so unscheinbare Ermahnungen wie: "Halt dich gerade!" oder "Nimm das Messer nicht in die linke Hand!" und "Sitzt nicht so krumm!". Damit wollte man mir die scheinbar unbedeutentsten Einzelheiten von Haltung oder körperliche Manieren beibringen, die so ausgesprochen immer meinem Bewusstsein entzogen waren.

Die materielle Beschaffenheit des Menschen ist von Natur aus gegeben und mit dem Universum verbunden. Der menschliche Körper ist ausserordentlich lernfähig, er ist unter dem Einfluss anderer und aufgrund seiner eigenen Handlungen von den ersten Lebenstagen an veränderungsfähig. Er ist, obwohl unter den Ausgangsbedingungen seiner biologischen Natur stehend, ein Produkt seiner dynamische Selbstorganisation.

Als Kinesitherapeutin ich versuche zuerst den Menschen, mit seinem Körper, seinem Bewusstsein und seinem Schmerz, kennen zu lernen. Dann stelle ich fest wie verschieden wir sind. Jeder von uns ist ein Unikat im Universum. Der Philosoph Michele de Montaigne schrieb in „Die Essays“:
"Wir sind alle aus verschiedenen Lappen zusammengesetzt, dass jedes Stück von uns jeden Augenblick sein Spiel treibt. Ja, wir sind uns selbst, so wenig als anderen, gleich."

Über den Körper sind wir unserer Welt gewiss und die Fundamente des menschlichen Wissens werden im Gebrauch des Körpers, in einer gemeinschaftlichen Handlungspraxis erzeugt.
Evolution hat uns gelernt, dass die Entwicklung des Gehirns jener des Körpersystems folgt. Neurowissenschaften haben uns die Verbindungen zwischen Körper und Gehirn deutlich gemacht. Das neue Verständnis der Funktionen des menschlichen Gehirns ist, dass sich das Gehirn mittels natürlicher Impulsmuster selbst organisiert. Eine wichtige Erkenntnis für das Gehirn und die Wirbelsäule Verletzungen, aber auch für einen nicht verletzten Neuronetzwerk.

Manu propria Kinesitherapie

Ich versuche einen Mittelweg zu finden zwischen rhythmisch-dynamischen Funktionen des Gehirns und bewusster Wahrnehmung der Körper- Bewegungsgeometrie. Damit will ich dem Patient automtisierung seiner körperliche Statik und Dynamik ermöglichen.
Der Schmerz, der grösste Feind des Menschen ist das was mich mit den Menschen zusammen bringt. Der Schmerz ist für mich die Barriere zwischen dem Körper und seiner Wahrnehmungen. Der Mensch spürt den Schmerz als etwas Bedrohliches und empfindet, als Begleiterscheinung, die Angst. Ich stehe vor dem Patienten mit meinem medizinischem Wissen und einer Sprache, die der Patient schwer versteht. Am Anfang der Behandlung versuche ich, mit dem Dialog über seine Schmezempfindung, den Patient vor Angst zu befreien.

Der Mensch ist „organisch mittellos“, ohne natürliche Waffen, ohne Haarkleid und ohne Anpassung an die Witterung. Auch viele Jahrhunderte Selbstbeobachtung haben ihn nicht gelehrt, ob er nun eigentlich Instinkte hat und welche es sind. Aber der Mensch hat das Bewusstsein, das Wahrnehmungsvermögen, der Verstand, die Vernunft und durch auch die bewusste Schmerzempfindungen.

Die Lehre von den Funktionskrankheiten befasst sich mit dem Schmerz im Bereich der Strukturen des Bewegungsapparates. Neurophysiologie der Muskelgelenkeinheit hat beweisen können, dass die Funktion des Bewegungsapparates nicht nur als mechanische Arbeit, sondern als die gemeinsame Leistung all seiner Systemteile, also auch der ihm zugeordneten Teile des Nervensystems, zu verstehen ist.

Die Funktion des Bewegungsapparates umfasst in der Raum- Zeitdimension die intakte, gemeinsame und zielorientierte Leistungen alle seinen Systemteile.

Das ist die Theorie über die korekten Funktionen des Bewegungssystems. Ich versuche dem Patient die Bewegungsgeometrie seines Körpers und seine Gliederung in Subsysteme bei zu bringen.

  • Kopf und Rumpf,
  • Wirbelsäule,
  • Schulter und Beckengürtel
  • Arme und Beinen

Arme und Beine setzen sich wieder aus weiteren Subsystemen zusammen:

  • Hände,
  • Füsse.

Dannach versuche ich heraus zu finden wo sich die Störungen des Bewegungsapparates des Patientes befinden:

  • Materielle Strukturelle Veränderungen: Frakturen, Entzündungen, Metastasen.
  • Motorische strukturelle Veränderungen: “reflektorische“ Muskeltonusänderungen,
  • Störungen des muskulären Gleichgewichtes: Verkürzungen und Verspannungen
  • Funktionsstörungen aus steuernden Strukturen:
  1. Spinale- Wirbelsäule Steuerungsebene und
  2. Zentrale- Hirn Steuerungsebene.

Für mich ist der Mensch (der Patient) mit allen seinen Empfindungen mehr als Summe seiner Teile. Ich will den Weg finden seine innere Koordination zu aktivieren um Störungen des Bewegungsapparates zu beseitigen, seine Körper und Bewegungsgeometrie wieder herstellen und so ihn vom Schmerz zu befreien.

Der Schmerz stellt, über die Hirn- Wirbelsäule- Nerven Organisation, ein Schutzmechanismus für die schonbedürftigen Strukturen (Muskel, Bänder, Knochen, Gelenke) dar. Für dem Patient das passiert automatisch und unbewusst.

4- D Eigenwahrnehmung

Die innere Koordination des Nervensystems sollte durch die bewussten Bewegungen und Haltungsveränderungen den Schmerz langsam mildern und Schonungsmechanismen ausschalten damit die natürliche Bewegungen und verenderte Körperaltungen automatisiert werden.

4- D Eigenmobilisation mittels Bewegung und Empfindungsphantasie

"Es handelt sich bei unserer Darstellung immer um die Handlungeinschüsse im Aufbau Wahrnehmungswelt und um den Nachweis der mit der Weltorientierung immer umgängig verknüpften tätigen Selbstbestimmung und Selbstaneignung des eigenen Könnens. Hier ist nun eine höchst bedeutende, Entdeckung gesondert zu behandeln, die der Bewegungsphantasie." (Palagyi, Naturphilosophische Vorlesungen)

Bewegung und Empfindungsphantasie sind aufs engste verschmolzen. Unsere Bewegungen müssen aus der Unbestimmtheit und Ungesteuertheit an den Sachen selbst Richtung erhalten haben, also einstellbare und geführte geworden sein, um „gekonnte“ zu werden.
Der menschliche Körper ist ausserordentlich lernfähig und von den ersten Lebenstagen an veränderungsfähig durch seine Erb- und Erwerbmotorik.
Gekonnte Bewegungen sind symbolische Bewegungen, die von gewissen Momenten her verfügbar und einsetzbar sind, welche die ganze Bewegungsfolge repräsentieren, in dem die Zwischenphasen automatisiert sind. Das zu erreichen muss man die Bewegungsphantasie üben.

Bewegungsphantasie heisst mit Ideokinese, beweglichen Gedankebilder zu arbeiten.

http://ideokinese.blogspot.com/

Einteilung der Sinne

In der klassischen Medizin des Altertums und der früheren Neuzeit wurden 5 Sinne unterschieden:

· das Sehen
· das Gehör
· das Tast
· der Geschmack
· das Riechen

Wir kennen heute eine ganze Reihe weiterer Sinnesmodalitäten, z.B.

  • Temperatursinn,
  • Gleichgewichtssinn,
  • Tiefensensibilitäts- Lage- Bewegungempfindung, u. s. w.

Es wird immer eine Interpretationsfrage sein, über wie viel Sinne der menschliche Körper verfügt.

Schmerz und andere unangenehme Empfindungen sind schwierig einzuordnen. ( z.B. Jucken, Kitzeln )
Nozizeptoren, die Sensoren des Schmerzsinnes haben eine Sonderstellung unter den Hautsensoren, da sie nicht in erster Linie Information über die Aussenwelt vermitteln, sondern Informationen über Verletzungen oder drohende Verletzungen unseres Körpers. Schmerz ist eine körperbezogene Sinnesmodalität.
Propriozeption- (Tiefensensibilität) ist die Wahrnehmung der Stellung und Bewegung unseres Körpers. Die Propriozeption besitzt drei Qualitäten

  • Stellungssinn
  • Bewegungssinn
  • Kraftsinn

Kontrolle der Körperhaltung

Die Durchführung der Motorik setzt voraus, dass die Haltung des Körpers gegen die Schwerkraft gesichert ist und das seine Bewegungsgeometrie hergestellt ist. Da sich aber der Schwerpunkt des Körpers und die Beziehung der verschiedenen Körperteile zueinander bei jeder Bewegung ändert , muss das Nervensystem diese kontinuierlichen Veränderungen berechnen und die Haltung entsprechend aktualisieren.

Körperhaltungsreaktionen

Zwei Gruppen von Sensoren sind für die Körperhaltungsreaktionen verantwortlich:

1. die Sensoren des Vestibularorgans ( Position des Körpers im Raum )
2. die Sensoren der Propriozeption ( Position und Bewegung der einzelnen Gelenke )

Die Sensoren der Propriozeption liegen in den Muskeln, Gelenken, Sehnen, in der Haut und in den Vestibulorganen. Sie sind an der bewussten und unbewussten Motorik beteiligt.

4- D Bewusste Eigenwahrnehmung

Herr Mountcastle drückt die Beziehung der bewussten Wahrnehmung zu dem sensorischen System und zum Gehirn so aus:
"Jeder von uns lebt innerhalb des Universums--des Gefängnisses--seines eigenen Gehirns. Sensorische Reize, die uns erreichen, werden an peripheren Nervenendigungen übertragen und neuralen Repliken davon Gehirnwerts abgesendet. Wir benützen sie, um dynamische und fortwährend auf den aktuellen Stand gebrachte neurale Landkarte von der Äusseren Welt und von unsere Position und Orientierung und von Ereignissen in ihr zu zeichnen.“

Der Kontrollmechanismus der Willkürmotorik erstreckt sich über viele hierarchische Ebenen.

1.Periphere Ebene
2.Spinale Ebene
3.Hirnstammebene
4.Thalamische Ebene
5.Grosshirnebene

Der Nobelpreisträger der Neurophysiologe Sir John C. Eccles schreibt in seinem Buch „Das Ich und sein Gehirn“ über willkürliche Bewegungen :

"Ich habe eine sichere Erfahrung, dass Ich mit Hilfe von Denken und Wollen meine Aktionen kontrollieren kann. Es gibt keine wissenschaftliche Erklärung dafür, wie Denken zu Handeln führen kann; aber wenn Denken zum Handeln führt, so bin ich als Neurophysiologe gezwungen zu vermuten dass mein Denken in irgendeiner Weise die operativen Muster der neuronalen Aktivitäten in meinem Gehirn verändert."

Ich komme auf den Schmerz zurück, der mich mit dem Patienten zusammen bringt.

Die 4- D Schmerzempfindung

Wenn das Bewegungssystem mit dem Schmerz betroffen ist kommt es zur Reduzierung der Körperlichen Aktivitäten auf:

1.Peripherer Ebene
2.Spinaler Ebene
3.Hirnstammebene
4.Thalamischer Ebene
5.Grosshirnebene

Seit 20. Jahren arbeitet die moderne Schmerzforschung an der Entschlüsselung des sog. antinozizeptiven Systems; eine System, das auf vielfältige Weise der Aktivität des nozizeptiven Systems durch lokale und zentrale Hemmechanismen entgegenarbeitet. Inzwischen steht fest, dass praktisch bei jeder Verarbeitung und Umschaltebene der Nozizeption ein hemmendes System dem nozizeptiven Reiz gegenübersteht. Die Entdeckung des antagonistischen, antinozizeptiven Systems gibt den Blick frei auf ein aufgabenzentriertes System zur Schadensbekämpfung.

Ein Kinesitherapeut sollte dem Patiente zur Liebe die Therapie auf allen fünf Ebenen beherrschen. Manu propria Kinesitherapie könnte als der Weg zur Besinnung der Erfahrungswelt unseres Alltags auf Erden, bezeichnet werden. Die Erhaltung oder die Wiederherstellung der Körper und Bewegungsgeometrie bei den alltäglichen Bewegungen des Menschen ist das wichtigste Ziel meiner Behandlung.

Kognitive verhaltensmedizinische Schmerzbewältigungsstrategien.

4- D Eigenwahrnehmung

  • Zuerst der Schmerz wahrnehmen zu lernen und dem Schmerz einer Gestalt zu geben.
  • Der Schmerz in einen Gedankebild zu verwandeln und so ihm für sich greifbar zu machen.
  • Ideokinese, beweglichen Gedankenbilder.
  • Synästhesie; Die Welt da draussen ist die Illusion meines Gehirns und Vermittler zur Entstehung dieser Illusion sind meiner fünf Sinne. Aber ich habe noch einen Sinn, der sechste Sinn, meine Eigenwahrnehmung. Diesen Sinn soll ich trainieren um aus dem Gefängnis meines Verstandes raus zu kommen. Ich sehe, höre, rieche, schmecke nicht mit meinen Augen, meinen Ohren, meiner Nase, meinem Mund sondern mit meinem Gehirn. Ich muss lernen mit meinem Gehirn auch meinen Köper und meine Bewegungen zu sehen, hören und riechen.

4- D Eigenmobilisation

  • Mit dem Abbau von Schon- und Vermeidungsverhalten durch Förderung der Eigenaktivität anfangen.
  • Entspannungstherapien: Progressive Muskelrelaxation, postisometrische Relaxation der Muskulatur PIR.
  • Herstellung der Körper- Bewegungsgeometrie.
  • Herstellung des Muskelnsgleichgewichtes: Muskel Balance
  • PNF- gymnastika; Komplexe und dreidimensionale Bewegungsmuster verstecken sich nahezu überall im Alltag und bei jeder unseren alltäglichen Bewegung. Diese Bewegungsmuster sind in jedem von uns von Geburt an verankert. Ohne das wir dass bewusst wahrnehmen der Naturgesetz des goldenen Schnittes mit seiner dynamische Spirale vereinigt die Teile unseren Bewegungen in einen natürlichen "Fluss von Bewegungsmuster". Ich versuche diese dreidimensionale Bewegungsmuster dem Patient bewusst zu machen um es in das vierdimensionale Bewegungsmuster zu verwandeln.
  • Haltungsschulung und die Integration der Bewegungsdimensionen
  • Die Kreativtäten der alltäglichen Bewegung.
  • Alltagsbewegung- Performance; Die "Alltagsbewegung Peformance" stelle ich mir, als immer werdende Gestaltung eigenes Körpers, vor. Das oberste Ziel den Übungen ist bei alltäglichen Bewegungen des korrekten Zusammenspiels von Kopf, Nacken und Rücken mit den Armen und Beinen Aufrecht zu erhalten. Der Weg zum Ziel muss eine Herausforderung werden für alle unseren Sinne. Im allgemeinen Körperübungen kommt es meist nur zu mechanische Wiederholung bestimmter Bewegungen. Solche Übungen können nicht zur richtigen Veränderung unseres Daseins beitragen. Die "Alltagsbewegung Performance“ bietet uns die Möglichkeit unsere Gedanke zu ordnen, mit den Gedankenbilder zu arbeiten, die Bewegung auszuführen, die Bewegung wahrzunehmen, die Bewegung anzuhalten, wiederholen und korrigieren.



Koordination und Manu propria Kinesitherapie

Koordinationstherapie


Koordination bildet die Grundlage jeder menschlichen Bewegung und ist somit für das Erlernen, Steuern und Anpassen unserer Alltagsbewegung verantwortlich. Sie ist als zentraler Faktor der motorischen Leistungsfähigkeit zu sehen, denn erst ihre Wirkung führt zum Nutzen aller anderen konditionellen motorischen Grundeigenschaften wie Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit.
Koordination und Aktivitäten des täglichen Lebens
Koordination bedeutet:

  • Einen verminderten Energieaufwand
  • Einen verminderten Krafteinsatz
  • Eine geringere Ermüdbarkeit

Koordination entsteht aus dem Zusammenwirken vom Zentralnervensystem als Steuerungorgan und von der Skelettmuskulatur als Ausführungsorgan. Sie muss alle Prozesse der Bewegungkontrolle beinhalten:

  • Erlernen von Bewegungen
  • Steuern von Bewegungen
  • Anpassen von Bewegungen

Jeder Mensch benötigt für die Anforderungen des täglichen Lebens koordinative Fähigkeiten.
Koordination ist das Vermögen, in den verschiedensten Situationen sicher und ökonomisch zu reagieren, ohne dabei die Gelenkstabilität und Körperbalance zu verlieren. Das übergeordnete Ziel der Koordinationsschulung im Allgemeinen und der Schulung der Propriozeption /Tiefensensibilität/ im Besonderen liegt im Hinblick auf die Aktivitäten des täglichen Lebens in:

  • der Optimierung von Haltungs- und Bewegungsabläufen
  • der Verbesserung der Bewegungsökonomie
  • der Bewegungssicherung der Aktivitäten des täglichen Lebens

Ob menschliche Koordination gestört wirkt und zu viel Energie verbraucht, hängt vom Körperbewusstsein und den daraus folgenden körperlichen Reaktionen ab.

4- D Eigenwahrnehmung und 4- D Eigenmobilisation;

Das Körper- Bewegungsbewusstsein

Philosophen, Neurowissenschaftler und Laien haben lange gerätselt, wie Körperbewusstsein entsteht. Indem die Funktionsweise des Gehirns immer vollständiger erforscht wird, löst das Rätsel sich allmählich auf. Wie entsteht aus der Aktivität des Gehirns, das was wir als Geist oder Bewusstsein bezeichnen?
Die Forscher können heute die Aktivität einer einzelnen Nervenzelle oder einer Gruppe von Neuronen direkt aufzeichnen und diese Aktivität mit Aspekten eines bestimmten Bewusstseinszustands in Verbindung bringen. Die Neurowissenschaft bringt Aktivität bestimmten Gehirnstrukturen mit bestimmten Funktionen in Verbindung, und stellt fest das unser Körperbewusstsein entsteht aus:

  • Sprachregionen,
  • Wahrnehmung von Farben,
  • Wahrnehmung von Gesichtern,
  • Wahrnehmung von Bewegungen
  • Wahrnehmung und Gefühl für den eigenen Körper.

Das Ich- Bewusstsein sitzt im Kernbereich des Gehirns. Wenn man die äusseren Schichten eines menschlichen Gehirns entfernt, zeigen sich mehrere tiefliegende Bereiche, die für innere Regulierung, Emotionen, Wachheit und Ich- Gefühl zuständig sind.
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Antonio Damasio versucht im seinem Buch "Ich fühle, also bin ich", die Frage nach dem menschlichen Bewusstsein durch ein dreistufiges Modell zu erklären:

  • Auf der untersten Ebene nimmt der Mensch - unbewusst - seinen eigenen Körper wahr. Das ist für Damasio das "Proto-Selbst" des Organismus.
  • Auf der zweiten Ebene des Bewusstsein, nimmt der Mensch die fortwährende, pulsartige Wahrnehmung der verschiedene Gegenstände, Melodien, Erinnerungen usw wahr und auch der Eindruck einer anhaltenden Körperempfindung, enstehet aus dem Damasios "Kernselbst".
  • Für höhere geistige Qualitäte wie Sprache, Langzeitgedächtnis, Denken - ist das "autobiografische Selbst" zuständig.

Der alte Dualismus von Körper und Geist ist hinfällig. Wir sind zum Körperbewusstsein verdammt, wodurch auch Angst, Gefahr und Schmerz zu fixen Bestandteilen unserer Existenz werden.
Der Vater der Methode "Spiraldynamik", Dr. Ch. Larsen schreibt, dass es vier Stufen für die Entfaltung des Körperbewusstseins gibt:

  • Wahrnehmung
  • Entscheidung
  • Erfahrung
  • Kreativität

Dr. Larsen hat sein Koncept der Spiraldynamik auf der Methode 3- D Mobilisation aufgebaut.

Mit meinem Konzept "Manu propria Kinesitherapie" versuche ich die vierte Dimension im Unversum unserer Vernuft bewusst zu machen.


4- D Eigenwahnehmung

  • ist innere persönliche Deutung des Individuum
  • vermittelt direkten Kontaktdes Körpers mit der Umwelt
  • kann blinde Flecken des Körperbewusstseins entdecken
  • ist visuell (Augen)
  • ist auditiv (Ohren)
  • ist kinästhetisch (ganze Palette körperlicher und emotioneller Empfindungen)
  • ist propriozeptorisch (Eigenwahrnehmung)

Ein grundlegendes Prinzip der 4- D Eigenwahrnehmung ist es, eigene Bewegungen in einer vierdimensionalen Welt zu registrieren.
Unser Bewusstsein ist nicht auf drei Dimensionen begrenzt. Die Hebung des Bewusstseins über das bisherige Vorstellungniveau hinaus setzt beim Patienten wohltuende und selbstheilende Kräfte frei. Das Gedankenbild entsteht und kann von kinästhetischer, visueller oder auditiver Art sein.

Wahrnehmung ist die Fähigkeit, sein Selbstbild, seine Wahl– und Entscheidungalternativen zu deuten, umzusetzen und zu verändern.

Motivation

  • neue Einsichten und Erkenntnisse in die Tat umzusetzen
  • Motivation zur Entscheidung

Es hängt von der Qualität der kinesitherapeutischen Arbeit ab, ob der Patient motiviert wird. Er entscheidet, als Antwort auf ein richtiges Kommunikationverhältnis, eine Veränderung herbei zu führen.
Die Therapeutin muss dem Patienten die Wichtigkeit von einem neuen Haltungmusters erklären können und ein Teil seines Lernprozesses werden. Sie muss ihn begleiten bei der Erfahrung seines Körperbildes und dynamischen Gleichgewichts und dabei sein bei ersten Veränderungen seiner Bewegungskoordination, neuen Haltungmuster und seinen Dasien in der Viertedimension.

Entscheiden muss der Patient!

4-D Eigenmobilisation; die neue Körper- Bewegungserfahrung- Einüben

  • einüben neuer Haltungmuster- es muss eine dynamische Haltungänderung sein.
  • koppeln dieser Muster mit einer alltäglichen Tätigkeit wie:


    1. Morgenhygiene
    2. Arbeitplatz
    3. Freizeitsbeschäftigung
    4. Fernsehen
    5. Essen
    6. Trinken

    Neue Bewegungmuster werden rasch erlernt und dann, können wir Kreativitäten entfalten.

4- D Eigenmobilisation und die Kreativität der alltäglichen Bewegung

  • im richtigen Moment am richtigen Ort des Körpers zu sein
  • wissen, wie wir die Körper- Bewegunsgeometrie verändern wollen
  • wissen, warum wir die Körper- Bewegunsgeometrie Veränderungen wollen
  • Kreativitäten der alltäglichen Bewegung

Bei Dr. Larsen habe ich einen wunderbaren Vergleich gefunden. Wir selbst gestalten, einem Bildhauer vergleichbar, unseren eigenen Körper. Nur verwenden wir Bewegung und Bewusstsein anstelle vom Hammer und Meissel.

Der Körper ist unser persönliches Kunstwerk, an dessen Gestaltung und Vollendung wir– bewusst oder unbewusst ein Leben lang arbeiten sollen.

Ideokinese

Ideokinese ist eine Methode die bildhafte Vorstellungen verwendet, um die Koordination zu verbessern.
Wie wir sitzen und gehen, so denken wir. Solange wir leben, druckt unser Körper seine Bedeutung aus und erzählt beim Stehen, Sitzen und Gehen seine eigene Geschichte.
"Der Körper denkt mit" sagt Frau Mabel Todd in ihrem Buch und führt uns in die Welt unsere eigenen dynamischen Kräfte.
Ideokinese ist kein Schnellverfahren. Im Gegenteil, es ist ein lang dauernder Erziehungprozess, der nicht nur das neuro-muskuläre System verbessert, sondern auch die anderen Systeme des Menschen.
Wir sollten anfangen zuerst in Gedanken den Körper zu visualisieren und dann versuchen unsere Bewegung zu spüren.

  • Den Kopf, einem Luftballon ähnlich wahrnehmen.
  • Der Nacken ist wie ein Seil, der die Bewegung des Kopfes folgt.
  • Die Wirbelsäule, einer Spirale ähnlich folgt der Bewegung der Schultern und der Hüftgelenken.
  • Das Steissbein als Verlängerung der Wirbelsäule bildet unser drittes Bein.
  • Das Becken, einem Luftballon ähnlich, schwebt auf beiden Hüftgelenke
  • Die Hand, am Anfang der Bewegung zu einer Kugel machen.
  • Die Hand und die Schulter bewegen sich als zwei Gegenpole in einer Spirale.
  • Der Ellenbogen ist die Schaltstelle.
  • Den Fuss als ein Gummiboot fühlen.
  • Der Fuss und die Hüfte bewegen sich als zwei Gegenpole in einer Spirale.
  • Das Knie ist die Schaltstelle.


    Quellen :
    A. Damasio "Ich fühle, also bin ich"
    Ch. Larsen, „Die zwölf Grade der Freiheit“
    Ch. Bader, „Motorik und Interaktion“
    Mabel Todd "Der Körper denkt mit"
    Erick Frenklin " Hundert Ideen für die Beweglichkeit"